Per Jobanzeige zum Gründerduo
Dies ist eine Geschichte, wie sie sich Investor:innen nur wünschen können. Technologisches und unternehmerisches Talent trafen aufeinander. Das perfekte Match für ein Startup. Genau so lief es bei OT-InfraSec:
Patrick Bär studierte bis 2025 Entrepreneurial Cybersecurity an der Universität des Saarlandes. Dabei ist Unternehmensgründung schon ein wichtiger Bestandteil des Studiums, wo beispielsweise auch das Pitchen geübt wird.
Die CISPA-Faculty Dr. Andreas Zeller und Dr. Sven Bugiel standen Patrick als Ansprechpartner und Mentoren zur Seite. Seine Masterarbeit bei CISPA-Faculty Dr. Nils Ole Tippenhauer lautete „Wie ich mit LLMs Risikoanalysen von Industrieanlagen erstellen kann“ und warf so schon seine Schatten voraus.
Für Patrick war klar, dass er keine akademische Laufbahn einschlagen möchte und fasste schließlich auch den finalen Entschluss ein eigenes Unternehmen zu gründen und das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Um eine:n Mitgründer:in zu finden, stellte er eine Anzeige auf hochschuljobboerse.de online: „Mitgründer:in für Cybersecurity-Startup gesucht“
Er sollte nicht lange warten müssen, bis Tobias Kreidler sich meldete: Wirtschaftsingenieur und Studium der marktorientierten Unternehmensführung. Unternehmerische Verantwortung übernahm er bereits vor knapp 7 Jahren im Familienbetrieb, den er maßgeblich mitprägte. Außerdem wollte Tobias schon immer ein eigenes Startup gründen, und da kam Patricks Anzeige genau zur richtigen Zeit. Nach einem Telefonat war klar, dass die beiden zusammen gründen würden.
Nicht einmal ein halbes Jahr später sitzen beide im CISPA Coworking-Space in St. Ingbert neben den anderen Gründer-Teams und arbeiten an ersten Pilotprojekten. Ihr Förderbescheid wurde positiv bewertet und der StartUpSecure-Förderung in Höhe von 800.000 Euro steht nichts mehr im Weg. Nun müssen Zielmärkte, Anwendungsfälle und potenzielle Kundengruppen analysiert und die Technologie weiterentwickelt werden. Und genau dafür haben sie den Raum und die Zeit am CISPA Technologietransfer. Das Team hilft nicht nur bei der anfänglichen Evaluierung des Projekts, sondern begleitet die Gründer:innen aktiv bis zur Ausgründung mit Workshops, Pitch Trainings und Networking-Events.
Doch was machen die beiden Gründer mit ihrem Startup-Projekt OT-InfraSec genau?
Ziel ist eine automatisierte Risikoanalyse für Produktionsanlagen und industrielle Prozessketten. Dabei handelt es sich meist um sehr sensible Unternehmensdaten. Ihre Lösung konzentriert sich auf die Netzwerksicherheit und soll die größten Schwachstellen darin aufdecken und Handlungsempfehlungen abgeben, wie Unternehmen ihre Netzwerke absichern können. Tobias Kreidler meint dazu: „Unsere Zielgruppe sind KKMU – Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen –, und die haben wenig Zeit, wenig spezifisches Security Know-How und stehen am Anfang ihrer Reise in der Cybersicherheit.“ Das biete große Angriffsflächen und oft herrsche große Unsicherheit bei Unternehmer:innen: „Wie ist mein Netzwerk überhaupt aufgebaut? Und bin ich gegen die heutigen Bedrohungen ausreichend abgesichert?“ Darüber hinaus hätten sich bisherige Lösungen auf Konzerne fokussiert und kleinste, kleine und mittlere Unternehmen außer Acht gelassen.
Aus einer Jobanzeige ist in kurzer Zeit ein eingespieltes Gründerteam entstanden, das technisches Wissen und unternehmerisches Gespür bündelt. Man darf gespannt sein, was die beiden mit OT-InfraSec in Zukunft noch auf die Beine stellen werden.
Mehr Informationen über OT-InfraSec: https://www.ot-infra-sec.de